geschichte graffiti/writing
in den siebziger jahren entstanden die
ersten new yorker wandmalereien und
graffiti. diese stellten eine neue form des
urbanen designs dar. es brach eine welle
von graffiti über new york herein. sie sind
ein absolutes new yorker phänomen, denn
graffiti war zu dieser zeit in keiner anderen
stadt zu finden.

wände, zäune, u-bahnen, busse, züge,
lastwagen, aufzüge, flure und monumente
wurden angegriffen und über und über mit
wilden graphismen bedeckt. die inhalte
dieser graffiti sind in ihrem umfang weder politisch noch wirtschaftlich. sie ordnen
sich weder in die werbung noch in die
architektur ein. sie sind frei von markt-
mechanismen und äußeren regeln.

die personen einer agierenden gruppe sind
austauschbar. jedes individuum bekommt
nur durch den code einen sinn. sie brechen
aus der kombination der teile aus, nicht um
eine bestimmte position oder identität zu-
rückzugewinnen, die ihnen das system auf-
zwingt, sondern um sich mit ihrer unbe-
stimmtheit gegen das system zu wenden.

»ich existiere, ich bin der und der, ich
wohne in dieser oder jener straße, ich lebe
hier und jetzt«. diese unbestimmtheit wird
für den vandalismus benutzt. denn SUPER-
BEE, SPIX, COLA 139, KOOL GUY,
CRAZY CROSS 136 – diese bedeuteten
nichts, sind nicht einmal eigennamen, son-
dern nur symbolische nummern.

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