für den nichtsprachkundigen sind diese
zeichen unverständlich. in vielen fällen
sorgen diese zum ornament reduzierten
codes für irritation oder missverständnis
und dies führt schließlich zur ausgrenzung.
jeder mensch sieht seine umwelt auf eine
eigene art und weise. somit ist auch das
entschlüsseln bestimmter zeichen eine
frage des interesses.

   dies ist abhängig von kulturellen und
geistigen voraussetzungen, die es dem
betrachter erlauben, die codes, die um uns
vorhanden sind, zu entschlüsseln. auf den
fassaden ist das verhältnis zwischen ar-
chitektur und schrift mit der zeit immer
enger und auch gespannter geworden.

   im mittelalter verbreiteten sich ideen vor
allem in form von steinernen bauten. die
kulturellen werte der gesellschaft und der
glaube an die stadt wurden in der archi-
tektur formuliert und durch sie zum aus-
druck gebracht. all dies ändert sich mit der
erfindung der »beweglichen lettern« im 15.
jahrhundert.
(»architektur und grafik« lars müller)

   viele autoren kommentieren diesen
historischen augenblick als die geburts-
stunde des buchdrucks und gleichzeitig als
den tod der architektur. in dem moment,
als man die ideen als text auszudrücken
begann, besetzten sie eine andere art von
raum. der raum des textes war sozusagen
überall und nirgends.

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